Ostanatolien
Ani
Die ergreifenden Ruinen einer mittelalterlichen armenischen Hauptstadt — die „Stadt der 1001 Kirchen“ — verstreut über eine Steppenlandschaft am äußersten Rand der Türkei. Vor tausend Jahren Rivale Konstantinopels, heute fast menschenleer.
- Wo
- 45 km von Kars, Nordosten
- Beste Zeit
- Mai–Sep; der Winter ist karg, aber schön
- Anreise
- 45 km östlich von Kars (Flughafen KSY, Flüge ab Istanbul und Ankara); Taxis und kleine Touren fahren hinaus, oder Sie nehmen die leeren Steppenstraßen selbst.
- Essen & Trinken
- Kars ist die Käsehauptstadt der Türkei — gereifter Gravyer, Honig von Bergwiesen und im Winter Gans nach lokaler Art.
- Tipp
- Mindestens einen halben Tag einplanen und gutes Schuhwerk tragen — das Gelände ist riesig. Kars ist für Honig und Gravyer-Käse berühmt.
Die Geschichte
Um das Jahr 1000 zählte Ani vielleicht 100.000 Einwohner und handelte an der Seidenstraße auf Augenhöhe mit Konstantinopel und Kairo. Als Hauptstadt des bagratidischen Armenierreichs war es so dicht mit Heiligtümern besetzt, dass Chronisten es die Stadt der 1001 Kirchen nannten. Dann kamen Eroberungen — Byzantiner, Seldschuken, Mongolen —, ein Erdbeben 1319, verschobene Handelswege und schließlich Stille. Was blieb, steht allein auf einem Grasplateau, umringt von der Schlucht des Achurjan, direkt an der Grenze zu Armenien.
Man wandert von Ruine zu Ruine, begleitet von Feldlerchen: die Kathedrale, deren Baumeister auch die Kuppel der Hagia Sophia reparierte, die runde Gregorskirche mit Fresken vom Boden bis zur Decke, ein Seldschukenpalast, eine Moschee mit Schluchtblick, Reste einer 1.600 Jahre alten Brücke. Wenige Orte der Welt sind so aufgeladen mit versunkener Größe. Nehmen Sie Wasser, Sonnenschutz und mindestens einen halben Tag mit; kombinieren Sie Ani mit Kars' baltisch anmutender Steinarchitektur und den berühmten Honig-Käse-Frühstücken.
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